Von Altötting nach Salzburg

Vom 25. bis 29. August 2025 machte ich einen Kurzurlaub in Bayern und Österreich. Zuerst ging es in Herz Bayerns, nach Altötting, von dort zu Fuß über Tittmoning und am Ufer der Salzach entlang nach Salzburg.

Salzburg 2025
Am Ziel der Wanderung: Salzburg

Altötting

Gnadenkapelle in Altötting am Morgen

Nach zehn Stunden in Bus und Bahn erreichte ich am frühen Abend Altötting. Im bedeutendsten Marienwallfahrtsort Bayerns war ich zuletzt zwanzig Jahre zuvor gewesen, Pfingsten 2005, mit meiner damaligen Freundin – also mit ein paar Erinnerungen im Gepäck, die schon lange vergraben schienen. Damals machten wir eine Tour auf den Spuren von Papst Benedikt XVI., die u. a. auch hierher und nach Salzburg führte. Nach zwei Jahrzehnten wurde es mal wieder Zeit, in diese Ecke des deutschen Sprachraums zu fahren.

Nach Papst Benedikt XVI. ist dies das Herz von Bayern und eines der Herzen Europas. Er war 2006 noch einmal hier. Mit dem Papst-Benedikt-Platz wird er im Ort geehrt.

In der Gnadenkapelle wird die „Schwarze Muttergottes“ verehrt, eine Schnitzerei aus dem 14. Jahrhundert. Von der langen Wallfahrtstradition und den vielen Wundern auf Fürsprache der Gottesmutter Maria künden über 2.000 Votivtafeln im Umgang der Kapelle.

Nach der Ankunft machte ich einen kurzen Abendspaziergang zum Kapellplatz und zum Bruder-Konrad-Platz, genoss den Sommerabend und den Blick auf die vielen Kirchen. Anschließend gab es ein gutes Abendessen im Restaurant des Hotels.

Am kommenden Morgen nahm ich an der Frühmesse in der Gnadenkapelle zu Füßen der Schwarzen Muttergottes teil.

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Auf Wanderschaft

Tittmoning

Nach Frühmesse und Frühstück machte ich mich auf den Weg. Durch Wälder, über Felder und Wiesen ging es nach Burgkirchen an der Alz. Interessant waren hier für mich insbesondere die Bauwerke rund um den Alzkanal. Im Ort füllte ich meinen Proviant auf, machte eine kurze Pause und setzte den Weg in Richtung Salzach fort. Eine schöne Landschaft mit ihren Höfen und Maisfeldern erfreute das Auge. Wieder durch kleinere Wälder erreichte ich den deutsch-österreichischen Grenzfluss und folgte seinem Lauf bis Tittmoning.

Tittmoning hat einen sehr ansprechenden Stadtplatz. Trapezförmig und 300 Meter lang reihen sich an seinen Rändern die Häuser mit barocken und klassizistischen Fassaden aneinander; man erblickt ein schönes Rathaus und die Mariensäule. Begrenzt wird der Platz durch zwei Tore. Bis ins frühe 19. Jahrhundert gehörte Tittmoning zum Erzstift Salzburg, das bis 1803 ein selbstständiges Territorialfürstentum des Heiligen Römischen Reichs war. Ein berühmter Einwohner war Papst Benedikt XVI.; er lebte in seiner Kindheit ein paar Jahre in dieser Stadt.

Zur Burg bin ich leider nicht mehr gegangen, da es langsam Abend wurde und noch einige Kilometer vor mir lagen. Ich wanderte entlang der alten Fernstraße nach Salzburg bis Pietling. Nach fast 40 Kilometern übernachtete ich, natürlich nach einem sehr guten Abendessen, im hiesigen Gasthof.

Unterwegs im Grenzgebiet

Am Ufer der Salzach

Von Pietling in Bayern machte ich mich wieder zum Ufer der Salzach auf. Ich wanderte bis Laufen. Schon von Weitem sah man die Stiftskirche Maria Himmelfahrt, in die ich für ein kurzes Gebet einkehrte. Am Marienplatz sammelte ich bei Kuchen und Eiskaffee wieder neue Kräfte, bevor es über die Salzachbrücke nach Österreich ging.

Auf der anderen Flussseite, in Österreich, war ich nur kurz in Oberndorf. Am Reitbach entlang durch den Wald fand der Weg bald wieder an die Salzach zurück. Dem Flusslauf stromaufwärts folgend, erreichte ich am Abend die viertgrößte Stadt Österreichs.

Ungefähr 43 Kilometer, um die Alltagssorgen und den Stress zu vergessen und das Ziel der Reise zu erreichen.

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Hoch hinaus

Blick von der Hohensalzburg über die Stadt

Die Wanderungen der Vortage steckten mir noch etwas in den Knochen, als ich am nächsten Tag das Bett verließ. Doch das Tagesziel lohnte die Mühen: Über Salzburg thront die Festung Hohensalzburg. Ihre Ursprünge reichen ins 11. Jahrhundert zurück; sie ist eine der größten Burganlagen Europas. Von hier oben kann man den Blick über Salzburg bis zu den Gipfeln der Alpen am Horizont genießen. Man kann die Burg bestaunen, gut essen oder die Museen besichtigen. Es lohnt sich, den Weg nach oben auf sich zu nehmen.

Nach der Bischofsfestung und einem kleinen Stadtbummel ging es ans gegenüberliegende Ufer. Ein kurzer Schwenk durch den Garten von Schloss Mirabell. Danach lag wieder ein Aufstieg vor mir. Aber was soll’s, viele Stufen führen zum Ziel: Am Abend ging es auf den Kapuzinerberg. Im Kapuzinerkloster kam ich gerade noch pünktlich zur eucharistischen Anbetung an. Danach war noch Zeit, um bei einsetzendem Regen den Blick auf Salzburg zu genießen.

Vor dem Abschied

Auf dem Sebastiansfriedhof

Am letzten Tag in Salzburg gab es eine kleine Bootstour auf der Salzach, sozusagen auf den Spuren der Flößer. Auf dem Fluss fuhren einst Flöße mit dem Salz, dem die Stadt ihren Reichtum verdankt, bis nach Böhmen. Von 1328 bis 1803 war das Fürsterzbistum Salzburg ein selbstständiges geistliches Territorium des Heiligen Römischen Reichs – dank dem Salz kein armes.

Nach der Fahrt durch die reißenden Wasser wurde es noch einmal andächtig. Ich besuchte den wirklich sehr schönen Sebastiansfriedhof, der nach italienischem Vorbild gestaltet ist.

Die spätbarocke Rektoratskirche St. Sebastian wird durch die Priesterbruderschaft St. Petrus betreut. Wenn man am Beichtstuhl auf Latein begrüßt wird, erinnert einen das zugleich daran, dass unsere Kirche eine lange und schöne Tradition hat – durch die Jahrtausende und über die ganze Welt.

Nach einem guten Essen lief ich zum Bahnhof und fuhr, noch ein paar letzte Blicke auf die Berge am Horizont werfend, wieder gen Heimat.