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Rom

Eine Liebe auf den ersten Blick

Seitdem ich im Jahr 2003 das erste Mal in Rom war, bin ich von der Ewigen Stadt begeistert. Hier sind mehrere Jahrtausende Geschichte erlebbar und hier ist das Zentrum der Weltkirche. Rom ist eine Stadt in der man sich nicht fremd fühlt.

Meine ersten Reisen nach Rom fanden mit dem Institut für Kirchenrecht an der Uni Potsdam statt. So gab es gleich bei den ersten Besuchen Einblicke, die ein Tourist nur schwer bekommen wird: in die Kurie der heiligen katholischen Kirche und in den Staat der Vatikanstadt.
Es folgten Reisen mit Freunden, Wallfahrten mit der Gemeinde sowie mit den Ministranten und natürlich auch einige Ausflüge allein.

Rom ist immer eine Reise wert, auch wenn die Sommermonate ob der Kitze eine besondere Herausforderung sind. In dieser Stadt gibt es immer wieder Neues oder Altes zu entdecken, hier noch eine kleine Kirche, in der man noch nicht war, dort noch eine neue Ausgrabung… Auch wenn Rom ein relativ gut ausgebautes öffentliches Verkehrssystem hat, ist es besonders schön, dass man vom Petersdom bis zum Lateran, vom Kolosseum bis zur Via Apia eigentlich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen kann.

Keine andere Stadt steht wie diese für die europäische Kultur und die Einheit der Kirche. Rom ist nicht nur eine Weltstadt, Rom ist die Weltstadt.


Ministrantenwallfahrt nach Rom 2018

„Suche den Frieden und jage ihm nach“

Der Text ist ein Auszug aus einem Beitrag für den Pfarrbrief Herbst 2018.

Vom 29. Juli bis 4. August waren einige unserer Ministranten gemeinsam mit Altardienern aus St. Antonius Babelsberg und St. Peter und Paul Potsdam zur internationalen Ministrantenwallfahrt in Rom. Von den 30 Ministranten der Gruppe kam ca. ein Drittel aus unserer Pfarrei. Insgesamt waren ca. 70.000 Teilnehmer in Rom, der größte Teil davon aus Deutschland.

Höhepunkt der Wallfahrt war die Papstaudienz am Dienstag, bei der neben den Wallfahrtsteilnehmern auch viele weitere Pilger auf dem Petersplatz zusammenkamen und diesen mit rund 90.000 Teilnehmern füllten. Zu unserem Programm gehörte aber noch viel mehr: Neben dem Besuch des Petersdoms und seiner Kuppel, den Katakomben, dem antiken Forum Romanum und weiteren Ausflügen in die Stadt Rom und an den Strand von Ostia waren zwei besondere Ziele die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo und das Collegium Germanicum et Hungaricum, an dem der die Wallfahrt begleitende Pfarrer Karlson aus Babelsberg vor einigen Jahren studiert hatte.

Die hl. Messe feierten wir im Petersdom, in den Katakomben und zusammen mit den anderen Berliner Wallfahrtsteilnehmern in der Lateranbasilika. Mehrmals führte uns das Abendgebet zur Kirche Santa Maria in Trastevere.

Hin- und Rückweg legten wir mit dem Zug zurück. Bei der jeweils fast eintägigen Fahrt über die Alpen wurde der Wallfahrtscharakter und die Mühen, die man dafür auf sich nimmt, etwas deutlicher, als wenn wir mit dem Flugzeug geflogen wären. Untergebracht waren wir in einem kleinen von Schwestern betriebenen Hotel direkt an den Mauern der Vatikanstadt.


Rom im Frühling

Zwei Besuche in Rom, in der Zeit zwischen den Päpsten

Dieser Text ist ursprünglich ein Beitrag von mir in unseren Pfarrbrief Sommer 2005.

Studienreise

Anfang März war ich mit einer Studiengruppe des Kanonistischen Instituts an der Universität Potsdam in Rom. Die Struktur und Arbeitsweise der römischen Kurie war Thema unseres Seminars. Wie geplant konnten wir unser Programm bei den Dikasterien (die Ministerien des Heiligen Stuhls) in vollem Umfang war nehmen. Viel konnten wir erfahren, über die Arbeit der höchsten Leitungsgremien der Kirche, u.a. in Gesprächen mit seiner Seligkeit Patriarch Daoud, von der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, Kardinal Kasper vom päpstlichen Rat für die Förderung der Einheit der Christen, oder Msgr. Genswein, persönlicher Sekretär des Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Joseph Kardinal Ratzinger. Den Kardinal, nun Papst Benedikt XVI., konnten wir Donnerstag morgen, bei der Heiligen Messe begegnen. Freundlich und aufgeschlossen redete er mit unserem Rektor Prof. Dr. Loschelder und unserer Studiengruppe.

Sorge um den Papst

Rom war hektisch und überfüllt wie immer, jedoch war schon die Sorge um Papst Johannes Paul II. zu spüren. Zu dieser Zeit war der Heilige Vater im Krankenhaus, bei allen Gesprächen spielte auch sein schlechter Gesundheitszustand eine Rolle. Wird er genesen? Muss er noch lange leiden? Wie wird es mit der Kirche weitergehen, wenn er seinen letzten Weg gegangen ist? Hoffnung hatten wir am Sonntag, als wir hörten, dass er das Krankenhaus wieder verlassen wird. Einige von uns nahmen noch kurz vor der Abreise am Angelusgebet teil, entweder vor der Gemelli-Klinik, oder vor großen Videoleinwänden auf dem Petersplatz.

Nur wenige Wochen später erreichte uns alle die Nachricht von seinem Tod, in der Osterzeit hat ihn der Herr zu sich gerufen.

Der Stellvertreter Christi vereint die Welt in Rom

In dieser kurzen Zeit hat sich die ewige Stadt stark verändert. Wo man vorher dachte, diese Stadt sei mit Pilgern und Touristen schon maßlos überfüllt bot sich nun ein Bild von unüberschaubaren Menschenmengen, rund um den Petersplatz standen hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen. Die Hektik war einer für Rom untypischen Ruhe gewichen.

Als ich am Dienstag nach dem Tod des Pontifex in Rom landete machte ich mich sofort zum Petersplatz auf, dieser war jedoch weiträumig abgesperrt, es dauerte einige Zeit, bis ich durch die Gassen der Altstadt ans Ende der Schlange fand. Siebeneinhalb Stunden verbrachte ich inmitten von Menschen aus dem ganzen Erdkreis (andere Standen sogar bis zu zwanzig Stunden und mehr). Es war ein überwältigender Anblick: Ganze Gemeinden aus Italien standen da, viele junge Polen, Menschen aus Lateinamerika, Pilger aus der ganzen Welt. Man sah die Fahnen der verschiedensten Länder, hörte die Sprachen vieler Völker. Auch wenn es nur sehr langsam voran ging, vor einem Haus standen wir fast eine Stunde, war doch kein Unmut festzustellen, alle nahmen diesen Weg auf sich und aus der Trauer wurde eine große Feier. Einige Wartende hatten Gitarren bei und stimmten Lieder an, es wurde gebetet, vor allem das Ave Maria, und immer wieder erklangen Jubelrufe auf Johannes Paul II., gefolgt von lang anhaltendem Applaus. Noch einmal vereinte der Stellvertreter Christi die ganze Welt in Rom.

Angekommen im Petersdom blieb nur wenig Zeit um vor dem Leichnam zu verweilen. Ruhig lag er da, mit einem Lächeln auf dem Gesicht, erlöst vom irdischen Leid.

Am Abend bot sich mir noch die Gelegenheit an einer Heiligen Messe teil zu nehmen und anschließend etwas durch Rom zu gehen. Alle größeren Kirchen waren rund um die Uhr geöffnet, ob San Giovanni in Laterano, die Kirche des Bischofs von Rom, oder Santa Maria Maggiore, überall waren auch tief in der Nacht kleine Gruppen von Gläubigen, die für die unsterbliche Seele des verstorbenen und für die Kirche beteten.

In diesen Tagen konnte man in Rom, mehr noch als sonst, spüren, dass die Kirche Weltkirche ist, dass sie Menschen aus der ganzen Welt vereint in Glaube, Liebe und Hoffnung.