Marsch für das Leben – Ein Treffen von Fundamentalisten und Leuten von rechts außen?

Morgen ist es wieder soweit, in Berlin findet der „Marsch für das Leben“ statt. Es wird wieder linke Gegendemonstrationen geben und wir Teilnehmer werden wieder unter den Generalverdacht gestellt Ewiggestrige zu sein. Das Pfeifkonzert und sonstige Störungen der Meinungsfreiheit gehören natürlich auch zum guten Ton in Deutschlands Hauptstadt.

Worum geht es eigentlich beim Marsch für das Leben? Um ein christliches Familienbild? Um die Rückkehr zum Patriarchat? Um Missionierung? Um Ablehnung von Homosexualität und sexueller Selbstbestimmung? All das und vieles mehr scheint das Anliegen des Schweigemarschs aus Sicht der Gegendemonstranten zu sein. Worum es wirklich geht: Um das unbedingte Recht auf Leben als oberstes Menschenrecht. Der Mensch ist auch vor der Geburt schon Mensch, auch das deutsche Recht erkennt das Lebensrecht Ungeborener prinzipiell an: „das Ungeborene [hat] in jedem Stadium der Schwangerschaft […] ein eigenes Recht auf Leben“ (vgl. §219 StGB). Wer beim Marsch mitläuft will nicht, dass Menschen vor der Geburt getötet werden, ebenso wenig wie nach der Geburt. Wer mitläuft setzt sich ein für eine Gesellschaft, in der nicht nach lebenswert und lebensunwert sortiert wird, setzt sich ein gegen die Tötung Alter und Schwacher.

Beim Marsch für das Leben geht es also um genau das: das Leben. Sicher, Organisatoren und viele der Teilnehmer sind Christen unterschiedlicher Konfession, aber dennoch ist es keine rein christliche Veranstaltung, auch Angehörige anderer Religionsgemeinschaften sind dabei. Ich sehe dort alle möglichen politischen Richtungen, die im "normalen Leben" manchmal kaum miteinander reden würden: links, rechts, Mitte. Ich als CDU-Mitglied laufe mit und ich kenne Genossen und Liberale die ebenfalls mitlaufen. Es ist nicht einmal eine Veranstaltung, in der man ein klassisches christliches Familienbild haben muss, auch Vertreter von Lesben- und Schwulenverbänden waren schon dabei. Und warum das alles? Weil alle über Lebenseinstellungen, Partei- und Religionsgrenzen hinweg der Gedanke eint, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, dass jeder Mensch ein Recht auf Leben hat, von der Zeugung bis zum natürlichen Tod.

Weitere Informationen zum Marsch für das Leben